Montag, 23. Mai 2011

faxspam.info: Unser Serviceteil Technik - Faxgeräte Anti Fax Spam Filter

Wir hatten die führenden Hersteller von Faxgeräten gebeten, uns und unsere Leser über die technischen Möglichkeiten zu informieren, die aktuelle Faxgeräte bieten, um Faxspam auszusortieren wie zum Beispiel Fax-Spam-Filter (siehe Beitrag hier). Eine sehr ausführliche Antwort erhielten wir seitens der Firma Sagem, die wir hier gerne dokumentieren:


Sehr geehrter Herr Bäuerle,

vielen Dank für Ihre Anfrage.
Unser Unternehmen hat in den vergangenen 15 Jahren in verschiedenen Gerätegenerationen mehrere Angänge unternommen, um mit technischen Maßnahmen vom Kunden unerwünschte Fax-Zusendungen einzudämmen.
Diese Features in den Geräten der von uns gefertigen Brands (z.B. Sagem Phonefax, Siemens Telfax, Telekom/T-Com Fax, Alcatel Fax) hatten zahlreiche Namen wie z.B. "Faxfilter", "VIP-Mode", "Whitelisting", "geschlossene Benutzergruppe".

Realisiert wurden diese Funktionen beispielsweise wie folgt:
- Kein Faxempfang von Rufnummern mit bestimmten Vorwahlen/Nummern
- Kein Faxempfang von Rufnummern, die NICHT im Telefonbuch hinterlegt sind
- Kein Faxempfang von Absendern ohne CID / ohne CLIP
- Möglichkeit, in den Speicher empfangene Faxe vor dem Ausdruck (z.B. auf Grundlage der angezeigten Absenderkennung) zu löschen.

Die Evaluierung der Maßnahmen mit unserem Technischen Helpdesk und den Rückmeldungen der Fachhändler kamen jedoch stets zum Ergebniss, dass zwar unerwünschte Faxe zum Teil eingedämmt werden konnten, jedoch beileibe nicht bei 100%. Die so beim Kunden enttäuschte Erwartungshaltung ("filtert Faxspam") war durchaus problematisch.
Darüber hinaus kam hinzu, dass viele Kunden die technischen Zusammenhänge des Filtern nur unvollständig verstanden haben und so -unbeabsichtigt- auch durchaus erwünschte Faxzusendungen blockiert haben, was dann ernsthafte Zweifel an der Qualität/Funktionssicherheit unserer Geräte geweckt hat. Szenario war oft, dass ein üblicher "whitegelisteter" Kommunikationspartner ("Absender") sein Faxgerät oder seine Telefonanlage gewechselt hat und dann ohne die vorher bekannte CLIP- oder CID-Information ankam, stattdessen ohne oder mit unterdrückter Rufnummer folglich abgefiltert wurde. Oder eben doch ein Auftrag aus der Schweiz empfangen werden sollte, man das Land jedoch Monate bis Jahre vorher wegen der -vorgeblich gemäß CID- von dort stammenden Reklame für Herrensocken&Co komplett blockiert hatte.

Da sich die Faxübertragung in den vergangenen Jahren mehr und mehr zu einem Medium entwickelt hat, was "einfach zu funktionierten hat", d.h. bei dem kein Kunde gewillt ist, sich in die Technik einzuarbeiten, sondern einfach nur benutzen will, gleichzeitig aber erwartet wird, dass es -im Gegensatz zu E-Mail- zu 100% funktioniert, haben wir uns -Stand heute- von den Versuchen verabschiedet, unerwünschte Faxzusendungen mit technischen Filtern automatisch blockieren zu wollen. Bei Geräten mit PC-Empfang oder USB-Host-Funktionalität oder (W)Lan-Anschluss besteht die Möglichkeit, Faxe systematisch nicht sofort nach Empfang auszudrucken, sondern lediglich auf den PC und/oder auf den eingesteckten USB-Speicher abzulegen und/oder per E-Mail weiterzuleiten. So kann die Benutzerin/der Benutzer selbst entscheiden, welche so elektronisch vorliegenden PDF-Dokumente er oder sie ausdruckt oder welche bei Sichtung manuell -in eigener Verantwortung- gelöscht werden.

Nach unser Beobachtung bietet das Wettbewerbsrecht und das Verbraucherschutzrecht zahlreiche Maßnahmen, zumindest gegen Absender von unerwünschen Massenfaxen aus der EU juristisch vorzugehen.
Auch wenn nur ein geringer Prozentsatz alle Betroffenen diese Maßnahmen ergreifen, so ist das Risiko für Faxspammer deutlich gestiegen, belangt zu werden, wenn auch nur ein Teil seines Geschäfts über Adressen innerhalb der EU (und sei es die Logistik der beworbenen Waren) abgewickelt werden.
Dieses wird aber vermutlich nicht der einzige Grund sein, dass das Aufkommen dieser Reklamesendungen über die Jahre deutlich abgenommen hat.
Der Anteil der Faxrufnummern, die nicht direkt ausgedruckt, sondern zunächst per Mail/PDF/Faxserver vorgesichtet werden und bei Anzeichen von Faxspam auch weitgehend ungelesen gelöscht werden, mindert nach unserer Einschätzung zudem die Attraktivität des Mediums für diese Reklameversender immer mehr. Daher gehen wir davon aus, dass diese -vor 10 Jahren durchaus sehr lästige- Erscheinung zugunsten anderer Reklameformen (z.B. stark werbende Smartphone-Apps) bis zur Bedeutungslosigkeit zurückgehen wird.

Mit freundlichen Grüßen / best regards

Johann Addicks
Technical Service Manager

Die Markennamen Sagem, Siemens, Telekom, T-Com, Alcatel und Philips sind eingetragene Warenzeichen.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hallo Ihr,

bezüglich den obigen Methoden:

Es würde meiner Meinung nach völling ausreichen:

- Kein Faxempfang von Rufnummern mit bestimmten Vorwahlen/Nummern

- REDUZIERUNG der Übertragungsgeschwindigkeit auf die LANGSAMSTE MÖGLICHE bei Sendungen ohne Kennung.

so kommen alle Nachrichten auch ohne Kennung an, ich bin sicher die Spammer würden solche Faxgeräte bald aus ihrer Liste schmeißen wenn eine Übertragung ewig lange dauert.

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